Philosophiestunde
von Johannes Chwalek
Erzählung
Die jüngste Erzählung, die mir von Johannes Chwalek vorliegt, „Philosophiestunde“, bespielt den autobiographisch fundierten, für einen Großteil seines bisherigen Schaffens konstitutiven Raum des Bischöflichen Konvikts. Die Welt des Internats und seiner Zöglinge, des Speisesaals (Ort sich abzeichnender Umbrüche), des Herrentischs mit Rektor und „Prä“ – so das liebevolle Kürzel für den Präfekten. Die neue Erzählung übt sich erfolgreich in der Verschränkung verschiedenster Ebenen: die Titel und Struktur gebende „Philosophiestunde“, das Konvikt und seine Geschichte (schließlich wird sein Bestand in Frage gestellt), zuletzt die Einzelschicksale, die diesem Raum in unterschiedlicher Weise eingeschrieben sind. Die „Philosophiestunde“ ist Kür, nicht Pflicht – und gemahnt damit an das Konzept der „Vita contemplativa“. Es verbindet Jeannot und Thomas G., die beiden Teilnehmer, mit den das Konvikt prägenden Persönlichkeiten von Rektor und „Prä“, der Geschichte des Konvikts, dem je eigenen Lebensweg.
Rüdiger Jung, Bad Endbach-Bottenhorn
Der Autor
Johannes Chwalek, Jahrgang 1959, unterrichtete an einem Gymnasium in Mainz und ist Verfasser regionalgeschichtlicher, belletristischer und didaktischer Literatur.


